Geliebter! Ich bin dein!

Geliebter! Ich bin dein! Oh, nimm meine Seele auf und liebe mich ewig wie ich dich! Vor einer Stunde kamen die treuen, ersehnten Briefe, die das Glück unseres ganzen Lebens bestimmen. Dank, Geliebter, tausend Dank, für deine Schonung, deine Liebe! Tausend Dank den edlen, teuren Herders für ihre reine Freundschaft! Worte habe ich heute nicht, nur Liebe. Aber um auch deine Freude und dein Glück nicht um eine Stunde zu verspäten, eile ich, dir die Versicherung zu geben, dass meine Seele und mein ganzes Leben auch vor der Welt dein sind, dass ich nun ganz deine Hermine bin. Das Jawort unserer Mutter wirst du, wenn auch nicht von ihr selbst geschrieben, doch von meinem Onkelerhalten.

O mein geliebter Richter, wir werden sehr, sehr glücklich sein! Gott segne dich und mich! Ich achte und liebe dich unsäglich und will dich so glücklich machen, als ich es durch meine Liebe kann. Ich kann nicht schreiben, bald sollst du viel, viel von mir und meinen Hoffnungen hören. Ich bin gesund, das Glück und die Freude werden meine Gesundheit befestigen. Lebe Wohl und froh und glücklich; ich liebe dich ewig.

Caroline

Sei froh, beste Seele, deine Hermine ist es auch.

 

Caroline von Feuchtersleben an Jean Paul | Hildburghausen, 31. Januar 1800

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